Die erste Wohnung als Kapitalanlage kaufen - auf das musst du unbedingt achten
Der Hype um Anlageimmobilien ist groß, überall auf Social Media sehen wir Berater und Verkäufer von Kapitalanlagen. Doch bevor du dich auf einen Immobiliendeal einlässt, solltest du das unbedingt beachten, um teure Fehler zu vermeiden.
Eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage zu kaufen, kann ein sinnvoller Schritt zum langfristigen Vermögensaufbau sein. Mieteinnahmen, Tilgung und eine mögliche Wertsteigerung können dazu beitragen, über die Jahre Vermögen aufzubauen.
Doch gerade beim ersten Immobilienkauf lauern zahlreiche Fehler: Ein vermeintlich günstiger Kaufpreis kann durch hohe Kaufnebenkosten, ein ungünstiges Hausgeld, Sanierungsbedarf oder eine zu niedrige Miete schnell zu einem schlechten Investment werden.
Die wichtigste Regel lautet deshalb: Kaufe nicht einfach eine Wohnung, weil sie dir gefällt oder die Mieteinnahmen attraktiv aussehen. Kaufe eine Immobilie, deren Zahlen und langfristige Perspektive überzeugen.
In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, worauf du beim Kauf deiner ersten Eigentumswohnung als Kapitalanlage achten solltest – von der Finanzierung über die Renditeberechnung bis zur Prüfung von Hausverwaltung, Teilungserklärung und WEG-Unterlagen.
Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Finanzierungsberatung. Insbesondere steuerliche Auswirkungen sollten vor dem Kauf mit einem Steuerberater besprochen werden.
Inhaltsverzeichnis – Die Wahrheit hinter deiner ersten Immobilien als Kapitalanlage
Das sehen wir uns in diesem Ratgeber alles an - das musst du beachten:
- Warum eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage interessant sein kann
- Für wen eignet sich die erste Immobilien-Kapitalanlage?
- Das richtige Anlageziel deiner Kapitalanlage festlegen
- Wie viel Eigenkapital brauchst du?
- Die Kaufnebenkosten nicht unterschätzen
- Kaufpreis und Miete richtig ins Verhältnis setzen
- Die Rendite einer Wohnung berechnen
- Bruttomietrendite vs. Nettomietrendite
- Cashflow: Was bleibt monatlich tatsächlich übrig?
- Finanzierung der ersten Kapitalanlage
- Zins und Tilgung richtig beurteilen
- Hausgeld: Einer der wichtigsten Punkte beim Wohnungskauf
- Was ist bei der Vermietung umlagefähig und was nicht?
- Erhaltungsrücklage und Sonderumlagen
- Die WEG-Unterlagen prüfen
- Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung
- Protokolle der Eigentümerversammlungen lesen
- Den Zustand des Gebäudes beurteilen
- Lage: Nicht nur auf die Wohnung schauen
- Welche Wohnung eignet sich besonders als Kapitalanlage?
- Vermietbarkeit: Wer soll die Wohnung später mieten?
- Möbliert, unmöbliert oder WG?
- Neubau oder Bestandswohnung?
- Vermietete Wohnung kaufen oder leerstehend?
- Mietvertrag und aktuelle Miete prüfen
- Mietrechtliche Besonderheiten
- Steuern bei einer vermieteten Eigentumswohnung
- Abschreibung (AfA) und Kaufpreisaufteilung
- Typische Fehler beim ersten Wohnungskauf
- Beispielrechnung: Eine Wohnung als Kapitalanlage
- Die persönliche Checkliste vor dem Kauf
- Fazit: Wann ist eine Wohnung eine gute Kapitalanlage?
- Häufige Fragen zur ersten Wohnung als Kapitalanlage
1. Warum eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage interessant sein kann
Eine vermietete Eigentumswohnung kann mehrere Renditequellen miteinander verbinden.
1. Mieteinnahmen
Der Mieter zahlt regelmäßig Miete. Ein Teil der laufenden Kosten kann über die Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden, soweit dies mietrechtlich zulässig und entsprechend vereinbart ist.
2. Tilgung des Darlehens
Wenn du die Wohnung finanzierst, zahlst du mit jeder Tilgungsrate einen Teil des Darlehens zurück.
Dadurch entsteht langfristig Eigenkapital in der Immobilie.
3. Mögliche Wertentwicklung
Wenn sich die Immobilie und ihr Standort langfristig positiv entwickeln, kann der Marktwert der Wohnung steigen.
Eine Wertsteigerung sollte allerdings niemals die einzige Grundlage deiner Kaufentscheidung sein. Niemand kann seriös garantieren, wie sich Immobilienpreise in den nächsten zehn, zwanzig oder dreißig Jahren entwickeln.
4. Steuerliche Effekte
Bei einer vermieteten Immobilie können bestimmte Aufwendungen steuerlich berücksichtigt werden. Dazu gehören unter anderem bestimmte Finanzierungs- und Bewirtschaftungskosten.
Auch die Gebäudeabschreibung kann eine Rolle spielen. Für nach dem 31. Dezember 2022 fertiggestellte Wohngebäude beträgt die lineare AfA grundsätzlich 3 Prozent jährlich; bei älteren Gebäuden gelten andere Sätze. Maßgeblich sind unter anderem Baujahr, Fertigstellung und die konkrete steuerliche Einordnung.
Wichtig: Steuerliche Vorteile machen aus einer schlechten Immobilie kein gutes Investment.
2. Für wen eignet sich die erste Immobilien-Kapitalanlage?
Eine vermietete Wohnung ist kein klassisches Sparbuch.
Als Eigentümer musst du dich mit Themen beschäftigen wie:
- Finanzierung
- Mietverhältnis
- Instandhaltung
- Hausverwaltung
- Eigentümerversammlungen
- WEG-Beschlüsse
- Versicherungen
- Steuererklärung
- mögliche Sonderumlagen
- Leerstand
- Reparaturen
- langfristige Sanierungen
Wer eine Immobilie als Kapitalanlage kauft, sollte deshalb nicht nur fragen:
„Wie viel Miete bekomme ich?“
Sondern:
„Wie entwickelt sich mein gesamtes Investment über einen langen Zeitraum?“
3. Das richtige Anlageziel deiner Kapitalanlage festlegen
Bevor du nach einer Wohnung suchst, solltest du definieren, was du mit der Immobilie erreichen möchtest.
Es gibt beispielsweise unterschiedliche Strategien:
Strategie 1: Möglichst hoher monatlicher Cashflow
Hier steht im Vordergrund, dass die Mieteinnahmen die laufenden Kosten und möglichst einen großen Teil der Finanzierung abdecken.
Strategie 2: Langfristiger Vermögensaufbau
Hier kann auch ein monatlicher Eigenanteil akzeptabel sein, wenn gleichzeitig das Darlehen kontinuierlich getilgt wird und die Immobilie langfristig gut positioniert ist.
Strategie 3: Steueroptimierung
Bei bestimmten Einkommenssituationen können steuerliche Aspekte eine größere Rolle spielen.
Hier sollte die Immobilie jedoch niemals ausschließlich aufgrund einer erwarteten Steuerersparnis gekauft werden.
Strategie 4: Kombination aus Vermögensaufbau und Wertentwicklung
Hier wird versucht, eine solide laufende Vermietbarkeit mit einer langfristig attraktiven Lage und einer guten Immobilie zu verbinden.
Für Einsteiger ist eine einfache, solide Strategie häufig sinnvoller als ein kompliziertes Renditemodell.
4. Wie viel Eigenkapital brauchst du?
Die Frage lautet nicht nur:
„Wie viel Wohnung kann ich mir leisten?“
Sondern:
„Wie viel Kapital möchte ich in eine Immobilie investieren, ohne meine finanzielle Flexibilität zu verlieren?“
Beim Kauf entstehen neben dem Kaufpreis zusätzliche Kosten.
Dazu gehören insbesondere:
- Grunderwerbsteuer
- Notarkosten
- Grundbuchkosten
- gegebenenfalls Maklerprovision
- eventuell Kosten für Finanzierung und Gutachten
- gegebenenfalls Renovierungs- oder Modernisierungskosten
In Bayern beträgt die Grunderwerbsteuer derzeit regelmäßig 3,5 Prozent der Bemessungsgrundlage.
Ein Beispiel:
Bei einem Kaufpreis von 200.000 € entsprechen 3,5 Prozent bereits:
7.000 € Grunderwerbsteuer.
Dazu kommen die weiteren Kaufnebenkosten.
5. Die Kaufnebenkosten nicht unterschätzen
Ein häufiger Anfängerfehler ist, ausschließlich mit dem Kaufpreis zu rechnen.
Beispiel:
Kaufpreis: 200.000 €
Wenn beispielsweise insgesamt rund 10 Prozent Kaufnebenkosten angenommen werden, beträgt der tatsächliche Kapitalbedarf bereits:
220.000 €
Und dabei sind mögliche Renovierungen oder eine spätere Sonderumlage noch nicht berücksichtigt.
Deshalb sollte die Rechnung immer lauten:
Gesamter Kapitalbedarf = Kaufpreis + Kaufnebenkosten + notwendige Investitionen
Gerade bei einer älteren Eigentumswohnung können Renovierungskosten einen erheblichen Unterschied machen.
6. Kaufpreis und Miete richtig ins Verhältnis setzen
Eine Wohnung für 200.000 € klingt zunächst günstig.
Wenn sie jedoch nur 650 € monatliche Kaltmiete erzielt, sieht die Rechnung anders aus als bei einer Wohnung, die für denselben Kaufpreis 900 € Kaltmiete erzielt.
Deshalb solltest du den Kaufpreis niemals isoliert betrachten.
Eine wichtige Kennzahl ist die
Bruttomietrendite.
7. Die Rendite einer Wohnung berechnen
Die einfache Formel lautet:
Bruttomietrendite = Jahresnettokaltmiete ÷ Kaufpreis × 100
Ein konkretes Rechenbeispiel:
Kaufpreis:
200.000 €
Monatliche Kaltmiete:
800 €
Jahreskaltmiete:
9.600 €
Bruttomietrendite:
9.600 € ÷ 200.000 € × 100 = 4,8 %
Die Wohnung hätte in diesem Beispiel eine Bruttomietrendite von 4,8 Prozent.
Aber Vorsicht:
Die Bruttomietrendite ist nur eine erste Orientierung.
Sie berücksichtigt beispielsweise nicht:
- nicht umlagefähiges Hausgeld
- Instandhaltung
- Verwaltung
- Leerstand
- Finanzierungskosten
- Kaufnebenkosten
- steuerliche Auswirkungen
- mögliche Sonderumlagen
Deshalb solltest du dich niemals ausschließlich von einer hohen Bruttorendite überzeugen lassen. Auf meiner Seite findest du übrigens auch einen Renditerechner für deinen ersten Immobilienkauf.
8. Bruttomietrendite vs. Nettomietrendite
Die Nettomietrendite ist wesentlich aussagekräftiger.
Hier werden relevante Kosten und die tatsächlichen Investitionskosten berücksichtigt.
Vereinfacht:
Nettomietrendite = jährlicher Überschuss aus der Vermietung ÷ Gesamtkapital × 100
Dabei muss zunächst ermittelt werden, welche Einnahmen und Ausgaben tatsächlich beim Eigentümer verbleiben.
Zu den möglichen Eigentümerkosten gehören beispielsweise:
- nicht umlagefähige Betriebskosten
- Verwaltungskosten
- Instandhaltung
- Mietausfall bzw. Leerstand
- Versicherungen, soweit nicht anderweitig umgelegt
- Finanzierungskosten
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen laufenden Kosten und Tilgung.
Die Tilgung ist wirtschaftlich keine klassische Kostenposition wie beispielsweise eine Verwaltungsgebühr: Sie reduziert deine Darlehensschuld und baut damit Vermögen auf.
9. Cashflow: Was bleibt monatlich tatsächlich übrig?
Für Kapitalanleger ist eine weitere Frage entscheidend:
Wie viel Geld muss ich jeden Monat aus eigener Tasche zuschießen?
Eine vereinfachte Cashflow-Betrachtung könnte so aussehen:
Kaltmiete: +900 €
nicht umlagefähige Kosten: −100 €
Instandhaltung: −75 €
Zins: −450 €
Tilgung: −250 €
monatlicher Cashflow: +25 €
Das Beispiel ist stark vereinfacht.
Trotzdem zeigt es einen wichtigen Punkt:
Eine Immobilie kann eine gute langfristige Vermögensanlage sein, obwohl der monatliche Cashflow nur gering ist.
Umgekehrt kann ein vermeintlich hoher Cashflow auf einer zu optimistischen Mietannahme beruhen.
10. Finanzierung der ersten Kapitalanlage
Bei der Finanzierung solltest du nicht nur auf den Zinssatz schauen.
Wichtige Faktoren sind unter anderem:
- Eigenkapital
- Darlehenssumme
- Sollzins
- Tilgung
- Zinsbindung
- Sondertilgungsmöglichkeiten
- Restschuld am Ende der Zinsbindung
- monatliche Rate
- Beleihungsauslauf
- persönliche Einkommenssituation
Besonders wichtig:
Rechne nicht nur mit dem heutigen Zins.
Eine lange Immobilieninvestition sollte auch dann tragfähig sein, wenn sich die Finanzierung nach Ablauf der Zinsbindung verändert.
11. Zins und Tilgung richtig beurteilen
Ein häufiger Denkfehler lautet:
„Die komplette Kreditrate ist eine Ausgabe.“
Das ist wirtschaftlich zu pauschal.
Die Zinsen stellen Finanzierungskosten dar.
Die Tilgung reduziert dagegen deine Darlehensschuld.
Beispiel:
Monatliche Rate:
900 €
Davon:
- 550 € Zinsen
- 350 € Tilgung
Dann fließen zwar 900 € vom Konto ab.
Aber 350 € reduzieren gleichzeitig deine Schulden.
Das bedeutet nicht, dass Tilgung „kostenlos“ ist. Sie belastet deine Liquidität. Für die Beurteilung einer Kapitalanlage muss sie aber anders betrachtet werden als reine Finanzierungskosten.
12. Hausgeld: Einer der wichtigsten Punkte beim Wohnungskauf
Du willst keine abhängigen Setter ausbilden.
Du willst keine Closer, die nur Gespräche abarbeiten.
Du willst richtige Vertriebler, die:
- selbst Leads generieren
- selbst Termine setzen
- selbst closen
- selbstständig denken
- Verantwortung übernehmen
- Projekte langfristig betreuen
- ihr Einkommen selbst steuern
Das ist nicht nur seriös – es ist der einzig nachhaltige Weg.
13. Was ist bei der Vermietung umlagefähig und was nicht?
Betriebskosten können grundsätzlich auf den Mieter umgelegt werden, wenn dies mietvertraglich entsprechend vereinbart ist und die gesetzlichen Voraussetzungen eingehalten werden. Verwaltungskosten sowie Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten gehören dagegen grundsätzlich nicht zu den umlagefähigen Betriebskosten.
Das bedeutet:
Typischerweise umlagefähig können beispielsweise sein:
- Heizung
- Wasser
- Abwasser
- Müll
- Allgemeinstrom
- bestimmte Versicherungen
- Gebäudereinigung
- Gartenpflege
- bestimmte laufende Betriebskosten
Typischerweise nicht umlagefähig:
- Hausverwaltung
- Instandhaltung
- Instandsetzung
- bestimmte Kosten der Eigentümergemeinschaft
- Zuführung zur Erhaltungsrücklage
Deshalb solltest du dir vor dem Kauf immer die Hausgeldabrechnung und den Wirtschaftsplan ansehen.
14. Erhaltungsrücklage und Sonderumlagen
Eine Eigentümergemeinschaft sollte Rücklagen für zukünftige Instandhaltungen bilden.
Das kann beispielsweise relevant werden bei:
- Dach
- Fassade
- Heizung
- Aufzug
- Tiefgarage
- Fenster
- Leitungen
- energetischen Sanierungen
Eine hohe Rücklage ist nicht automatisch schlecht.
Im Gegenteil:
Eine sehr niedrige Rücklage kann bei einem älteren Gebäude problematisch sein.
Denn wenn eine größere Sanierung ansteht und kaum Rücklagen vorhanden sind, kann eine Sonderumlage beschlossen werden.
Beispiel:
Eine größere Sanierung kostet 300.000 €.
Die WEG verfügt jedoch nur über 80.000 € Rücklagen.
Die Differenz muss möglicherweise über zusätzliche Beiträge der Eigentümer finanziert werden.
Deshalb solltest du nicht nur fragen:
„Wie hoch ist die Rücklage?“
Sondern:
„Welche Maßnahmen stehen in den nächsten Jahren an und reicht die Rücklage dafür voraussichtlich aus?“
Das Wohnungseigentumsgesetz sieht eine angemessene Erhaltungsrücklage ausdrücklich als Bestandteil ordnungsmäßiger Verwaltung vor.
15. Die WEG-Unterlagen prüfen
Beim Kauf einer Eigentumswohnung kaufst du nicht nur vier Wände.
Du wirst Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG).
Deshalb solltest du die WEG-Unterlagen genauso ernst nehmen wie die Wohnung selbst.
Zu den wichtigen Unterlagen gehören insbesondere:
- Teilungserklärung
- Gemeinschaftsordnung
- Aufteilungsplan
- Wirtschaftsplan
- Jahresabrechnungen
- Vermögensbericht
- Protokolle der Eigentümerversammlungen
- Beschlusssammlung
- Informationen zu geplanten Sanierungen
- Höhe der Erhaltungsrücklage
- Informationen über Sonderumlagen
- bestehende Darlehen der WEG
Nach dem WEG erstellt die Verwaltung unter anderem einen Wirtschaftsplan, eine Jahresabrechnung und einen Vermögensbericht. Der Vermögensbericht enthält auch Informationen über den Stand der Rücklagen und das wesentliche Gemeinschaftsvermögen.
16. Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung
Die Teilungserklärung ist eines der wichtigsten Dokumente beim Kauf einer Eigentumswohnung.
Sie regelt unter anderem:
- welches Eigentum Sondereigentum ist
- welche Flächen Gemeinschaftseigentum sind
- Miteigentumsanteile
- Rechte und Pflichten
- Kostenverteilung
- Nutzungsmöglichkeiten
Gerade bei Kellerabteilen, Stellplätzen, Terrassen, Gartenflächen oder Dachbodenflächen solltest du genau prüfen, welchen rechtlichen Status diese Bereiche haben.
Eine Fläche, die im Exposé als „eigener Garten“ bezeichnet wird, muss beispielsweise nicht automatisch Sondereigentum sein.
17. Protokolle der Eigentümerversammlungen lesen
Die Protokolle können enorm aufschlussreich sein.
Achte insbesondere auf Begriffe und Themen wie:
- Dachsanierung
- Fassadensanierung
- Heizung
- Feuchtigkeit
- Schimmel
- Aufzug
- Tiefgarage
- Fenster
- Leitungen
- Sonderumlage
- Streitigkeiten
- Gerichtsverfahren
- größere Reparaturen
- geplante Modernisierungen
Ein Satz wie
„Die Eigentümer diskutieren über eine mögliche Sanierung der Tiefgarage“
kann für deine Kaufentscheidung wesentlich wichtiger sein als eine frisch renovierte Wohnung.
18. Den Zustand des Gebäudes beurteilen
Viele Erstkäufer konzentrieren sich auf:
- Boden
- Küche
- Badezimmer
- Wandfarbe
- Fenster
- Einrichtung
Bei einer Kapitalanlage ist jedoch häufig das gesamte Gebäude entscheidender.
Prüfe beispielsweise:
Dach
Wie alt ist es?
Gibt es bekannte Schäden?
Fassade
Stehen Sanierungen an?
Heizung
Wie alt ist die Anlage?
Welche Technik wird verwendet?
Fenster
Wann wurden sie erneuert?
Leitungen
Gibt es Hinweise auf Sanierungsbedarf?
Tiefgarage
Gibt es bekannte Schäden an Beton, Abdichtung oder Stellplätzen?
Energiezustand
Wie hoch sind die laufenden Energiekosten?
Eine schöne Wohnung in einem wirtschaftlich problematischen Gebäude ist nicht automatisch eine gute Kapitalanlage.
19. Lage: Nicht nur auf die Wohnung schauen
Die Lage entscheidet maßgeblich darüber, wie gut eine Wohnung langfristig vermietbar ist.
Wichtige Faktoren können sein:
- Arbeitsplatzangebot
- Bevölkerungsentwicklung
- Verkehrsanbindung
- ÖPNV
- Einkaufsmöglichkeiten
- Schulen
- Ärzte
- Freizeitangebote
- Hochschulen
- Arbeitgeber
- Infrastruktur
- zukünftige Bauprojekte
Dabei muss die „beste Lage“ nicht immer die teuerste Innenstadtlage sein.
Für Kapitalanleger kann auch eine kleinere Stadt mit stabiler Nachfrage interessant sein.
Entscheidend ist:
Wie groß ist die Nachfrage nach genau dieser Wohnung in genau diesem Standort?
20. Welche Wohnung eignet sich besonders als Kapitalanlage?
Für Einsteiger können Wohnungen mit einer breiten Zielgruppe interessant sein.
Beispielsweise:
- 1-Zimmer-Wohnungen
- 2-Zimmer-Wohnungen
- kompakte 3-Zimmer-Wohnungen
Entscheidend ist aber immer die lokale Nachfrage.
Eine 45-m²-Wohnung kann beispielsweise in einer Hochschulstadt hervorragend vermietbar sein.
In einer anderen Region kann eine größere 3-Zimmer-Wohnung deutlich stärker nachgefragt werden.
Deshalb solltest du nicht nach einem pauschalen „perfekten Wohnungsgrundriss“ suchen.
21. Vermietbarkeit: Wer soll die Wohnung später mieten?
Eine sehr gute Frage vor dem Kauf lautet:
„Wer ist mein zukünftiger Mieter?“
Beispiele:
Studenten
Dann können Lage zur Hochschule, ÖPNV und kompakte Grundrisse entscheidend sein.
Berufspendler
Dann sind Verkehrsanbindung und Nähe zu Arbeitsplätzen besonders interessant.
Familien
Dann zählen beispielsweise:
- Zimmeranzahl
- Schulen
- Kindergarten
- Stellplatz
- Wohnumfeld
- Einkaufsmöglichkeiten
Senioren
Dann können:
- Barrierearmut
- Aufzug
- Einkaufsmöglichkeiten
- Ärzte
- ÖPNV
eine größere Rolle spielen.
Je genauer du deine Zielgruppe kennst, desto besser kannst du die Immobilie beurteilen.
22. Möbliert, unmöbliert oder WG?
Nicht jede Wohnung muss klassisch unmöbliert vermietet werden.
Je nach Standort können unterschiedliche Vermietungsmodelle interessant sein:
- klassische Wohnraumvermietung
- möblierte Vermietung
- Vermietung an Studenten
- WG-Vermietung
- Pendler
- beruflich bedingte Kurzzeitmieter
Aber:
Ein vermeintlich höherer Mietpreis bedeutet nicht automatisch eine höhere Rendite.
Möblierte Vermietung kann beispielsweise zusätzlichen Aufwand und höhere Fluktuation verursachen.
Bei besonderen Vermietungsmodellen solltest du außerdem die örtlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen prüfen.
23. Neubau oder Bestandswohnung?
Beides kann sinnvoll sein.
Vorteile eines Neubaus
- moderner energetischer Standard
- weniger kurzfristiger Renovierungsbedarf
- moderne Haustechnik
- häufig gute Grundrisse
- geringeres Risiko größerer kurzfristiger Sanierungen
Nachteile
- häufig höherer Kaufpreis
- Rendite kann geringer ausfallen
- zukünftige Entwicklung des Umfelds eventuell noch nicht vollständig absehbar
- Neubaupreise können bereits einen großen Teil der erwarteten Entwicklung enthalten
Vorteile einer Bestandswohnung
- häufig günstigerer Einstieg
- etablierte Lage
- tatsächliche Mieteinnahmen lassen sich besser beurteilen
- Zustand des Gebäudes kann vor Ort geprüft werden
- teilweise höhere Anfangsrendite
Nachteile
- Sanierungsbedarf
- höhere Instandhaltung
- WEG-Risiken
- mögliche Sonderumlagen
- energetischer Modernisierungsbedarf
Die Frage lautet deshalb nicht:
„Neubau oder Altbau?“
Sondern:
„Welches Objekt bietet mir im Verhältnis von Kaufpreis, Miete, Risiko und langfristiger Perspektive das bessere Investment?“
24. Vermietete Wohnung kaufen oder leerstehend?
Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.
Vermietete Wohnung
Vorteile:
- bestehendes Mietverhältnis
- tatsächliche Miete bekannt
- kein unmittelbarer Aufwand für Neuvermietung
- Einnahmen ab Eigentumsübergang entsprechend den vertraglichen Regelungen
Aber:
Du übernimmst grundsätzlich das bestehende Mietverhältnis. Nach § 566 BGB gilt beim Verkauf einer vermieteten Immobilie grundsätzlich der Grundsatz „Kauf bricht nicht Miete“.
Deshalb müssen Mietvertrag und Miethöhe genau geprüft werden.
Leerstehende Wohnung
Vorteile:
- freie Gestaltung der Vermietung
- mögliche Renovierung vor Neuvermietung
- Mieter kann gezielt ausgewählt werden
Nachteile:
- Leerstand kostet Geld
- Renovierungsaufwand
- Vermietungsrisiko
- tatsächliche Marktmiete muss realistisch eingeschätzt werden
25. Mietvertrag und aktuelle Miete prüfen
Bei einer bereits vermieteten Wohnung solltest du dir unter anderem ansehen:
- Mietvertrag
- Miethöhe
- Nebenkostenvorauszahlung
- Mietbeginn
- Mietkaution
- Mietrückstände
- letzte Mieterhöhungen
- bestehende Vereinbarungen
- Staffelmiete
- Indexmiete
- Modernisierungen
- eventuelle Streitigkeiten
Besonders wichtig:
Eine niedrige Bestandsmiete kann die Rendite erheblich reduzieren.
Eine sehr hohe Miete kann dagegen auf ein anderes Risiko hinweisen:
Ist diese Miete am Markt tatsächlich nachhaltig erzielbar?
Eine Renditerechnung sollte deshalb immer mit realistischen Mieten arbeiten.
26. Mietrechtliche Besonderheiten
Wer eine Wohnung als Kapitalanlage kauft, wird Vermieter.
Damit kommen rechtliche Pflichten hinzu.
Dazu gehören unter anderem:
- Erhaltung der Mietsache
- ordnungsgemäße Betriebskostenabrechnung
- Beachtung von Mieterschutzvorschriften
- Einhaltung gesetzlicher Fristen
- Umgang mit Kautionen
- Beachtung von Mietpreisregelungen, soweit anwendbar
Der Vermieter muss die Wohnung während der Mietzeit grundsätzlich in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand erhalten.
Auch bei der Mietkaution gelten gesetzliche Grenzen: Bei Wohnraum darf die Sicherheit grundsätzlich höchstens drei Nettokaltmieten betragen.
Wer seine erste Wohnung kauft, sollte diese rechtlichen Themen nicht unterschätzen.
27. Steuern bei einer vermieteten Eigentumswohnung
Die steuerliche Behandlung einer vermieteten Immobilie ist ein eigenes Thema.
Grundsätzlich können bei Vermietung unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise folgende Positionen steuerlich relevant sein:
- Schuldzinsen
- bestimmte Erhaltungsaufwendungen
- Verwaltungskosten
- bestimmte Versicherungen
- Fahrtkosten unter bestimmten Voraussetzungen
- Abschreibungen
- weitere Werbungskosten
Wichtig ist die Unterscheidung:
Nicht jeder Euro, den du für die Immobilie ausgibst, ist automatisch sofort steuerlich abzugsfähig.
Insbesondere bei größeren Renovierungen kann die steuerliche Behandlung komplex sein.
Daher sollte vor einem größeren Immobilienkauf die steuerliche Situation individuell geprüft werden.
28. Abschreibung (AfA) und Kaufpreisaufteilung
Ein besonders wichtiger Punkt bei vermieteten Immobilien ist die Abschreibung.
Dabei wird steuerlich grundsätzlich zwischen:
Gebäude
und
Grund und Boden
unterschieden.
Der Gebäudeanteil kann grundsätzlich abgeschrieben werden.
Der Anteil für Grund und Boden ist dagegen nicht abschreibungsfähig. Das Bundesfinanzministerium weist ebenfalls darauf hin, dass Anschaffungskosten für Grund und Boden sowie darauf entfallende Anschaffungsnebenkosten nicht zu den abschreibungsfähigen Aufwendungen gehören.
Bei einem Kaufpreis von beispielsweise 250.000 € ist deshalb nicht automatisch die gesamte Summe die Bemessungsgrundlage für die Gebäude-AfA.
Die Aufteilung sollte sachgerecht erfolgen.
Bei der steuerlichen Kaufpreisaufteilung kann die Arbeitshilfe des Bundesfinanzministeriums eine Rolle spielen. Für die konkrete steuerliche Behandlung ist jedoch der Steuerberater der richtige Ansprechpartner.
29. Typische Fehler beim ersten Wohnungskauf
Fehler 1: Nur auf den Kaufpreis schauen
Eine günstige Wohnung ist nicht automatisch ein gutes Investment.
Fehler 2: Nur die Bruttorendite betrachten
Eine hohe Bruttomietrendite kann durch hohe laufende Kosten relativiert werden.
Fehler 3: Hausgeld ignorieren
Das Hausgeld kann erhebliche Auswirkungen auf den tatsächlichen Cashflow haben.
Fehler 4: WEG-Unterlagen nicht lesen
Eine bevorstehende Großsanierung kann den wirtschaftlichen Vorteil eines vermeintlichen Schnäppchens schnell zunichtemachen.
Fehler 5: Rücklagen nicht prüfen
Eine niedrige Rücklage kann bei einem älteren Gebäude ein erhebliches Risiko darstellen.
Fehler 6: Mit einer unrealistischen Miete rechnen
Eine kalkulierte Wunschmiete ist keine sichere Einnahme.
Fehler 7: Leerstand nicht berücksichtigen
Auch eine gute Wohnung kann einmal einige Wochen oder Monate leer stehen.
Fehler 8: Keine Instandhaltung einkalkulieren
Irgendwann gehen Dinge kaputt.
Das ist keine Ausnahme, sondern Teil einer langfristigen Immobilieninvestition.
Fehler 9: Nur die Wohnung besichtigen
Bei einer Eigentumswohnung musst du auch das Gemeinschaftseigentum beurteilen.
Fehler 10: Sich von Emotionen leiten lassen
Eine Kapitalanlage ist keine selbst genutzte Wohnung.
Die Küche muss dir nicht gefallen.
Der Boden muss nicht dein Geschmack sein.
Entscheidend ist:
Ist die Wohnung für meine Zielgruppe attraktiv und wirtschaftlich sinnvoll?en.
30. Beispielrechnung: Eine Wohnung als Kapitalanlage
Nehmen wir folgende Beispielwohnung:
Kaufpreis: 200.000 €
Wohnfläche: 55 m²
Kaltmiete: 800 € monatlich
Jahreskaltmiete: 9.600 €
Die Bruttomietrendite beträgt:
9.600 € ÷ 200.000 € = 4,8 %
Nun betrachten wir zusätzlich beispielhaft:
- nicht umlagefähige Kosten: 900 € pro Jahr
- Instandhaltung: 700 € pro Jahr
- sonstige Eigentümerkosten: 300 € pro Jahr
Dann verbleiben vor Finanzierung und Steuern:
9.600 € − 1.900 € = 7.700 €
Das entspricht rund:
3,85 %
bezogen auf den Kaufpreis.
Jetzt kommen die Kaufnebenkosten hinzu.
Angenommen, der gesamte Kapitalaufwand beträgt beispielsweise 220.000 €.
Dann verändert sich die Rendite auf das tatsächlich eingesetzte Kapital nochmals.
Und genau deshalb ist eine einfache Angabe wie
„4,8 % Rendite“
für eine Kaufentscheidung nicht ausreichend.
31. Die persönliche Checkliste vor dem Kauf
Bevor du eine Wohnung als Kapitalanlage kaufst, solltest du mindestens folgende Punkte beantworten können.
Finanzen
☐ Wie hoch ist mein Eigenkapital?
☐ Wie hoch ist mein maximal sinnvoller Kaufpreis?
☐ Wie hoch sind die Kaufnebenkosten?
☐ Wie hoch ist die monatliche Finanzierungsrate?
☐ Wie hoch ist die Tilgung?
☐ Wie hoch ist die Restschuld?
☐ Wie verändert sich die Rechnung bei höheren Zinsen?
Miete
☐ Wie hoch ist die aktuelle Kaltmiete?
☐ Welche Marktmiete ist realistisch?
☐ Ist die Miete langfristig nachhaltig?
☐ Wie hoch ist das Leerstandsrisiko?
☐ Welche Zielgruppe soll die Wohnung mieten?
Hausgeld
☐ Wie hoch ist das Hausgeld?
☐ Welcher Anteil ist umlagefähig?
☐ Wie hoch sind die nicht umlagefähigen Kosten?
☐ Wie hoch ist die Erhaltungsrücklage?
☐ Gibt es Sonderumlagen?
☐ Sind größere Maßnahmen geplant?
WEG
☐ Teilungserklärung geprüft?
☐ Gemeinschaftsordnung geprüft?
☐ Wirtschaftsplan geprüft?
☐ Jahresabrechnungen geprüft?
☐ Vermögensbericht geprüft?
☐ Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen geprüft?
☐ Beschlusssammlung geprüft?
☐ Bestehen Streitigkeiten?
☐ Sind Sanierungen geplant?
Gebäude
☐ Dach geprüft?
☐ Fassade geprüft?
☐ Heizung geprüft?
☐ Fenster geprüft?
☐ Leitungen geprüft?
☐ Keller geprüft?
☐ Tiefgarage geprüft?
☐ Energiezustand geprüft?
Wohnung
☐ Grundriss sinnvoll?
☐ Zustand der Wohnung?
☐ Renovierung notwendig?
☐ Küche vorhanden?
☐ Badezimmerzustand?
☐ Balkon/Terrasse?
☐ Stellplatz?
☐ Vermietbarkeit?
Hier kannst du die komplette Checkliste für deinen ersten Immobilienkauf herunterladen, damit du alle Punkte sauber abarbeiten kannst.
32. Fazit: Wann ist eine Wohnung eine gute Kapitalanlage?
Die perfekte Kapitalanlage gibt es nicht.
Eine gute Eigentumswohnung als Kapitalanlage sollte jedoch mehrere Kriterien miteinander verbinden:
1. Einen nachvollziehbaren Kaufpreis
Der Kaufpreis muss zur Lage, Wohnfläche, Zustand und erzielbaren Miete passen.
2. Eine nachhaltige Vermietbarkeit
Die Wohnung sollte eine klare Zielgruppe haben und auch langfristig nachgefragt werden.
3. Eine realistische Rendite
Nicht die höchste theoretische Rendite ist entscheidend, sondern eine Rendite, die auf realistischen Annahmen basiert.
4. Eine solide WEG
Eine funktionierende Eigentümergemeinschaft, ausreichende Rücklagen und eine gute Verwaltung können langfristig einen erheblichen Unterschied machen.
5. Einen beherrschbaren Sanierungsbedarf
Nicht jede ältere Wohnung ist schlecht. Problematisch wird es, wenn notwendige Investitionen nicht ausreichend berücksichtigt werden.
6. Eine Finanzierung, die zu deiner persönlichen Situation passt
Die Immobilie sollte dich finanziell nicht so stark belasten, dass unerwartete Reparaturen oder ein vorübergehender Leerstand zum Problem werden.
Fazit: Die wichtigste Regel für deine erste Kapitalanlage
Du musst nicht die Wohnung mit der höchsten Rendite finden.
Du musst auch nicht die schönste Wohnung kaufen.
Und du musst nicht darauf spekulieren, dass die Immobilienpreise in Zukunft stark steigen.
Das Ziel sollte vielmehr sein, eine Immobilie zu kaufen, deren wirtschaftliche Grundlage heute nachvollziehbar ist und deren Risiken du verstanden hast.
Denn bei einer Immobilien-Kapitalanlage entscheidet nicht ein einzelner Faktor.
Es ist das Zusammenspiel aus:
Kaufpreis + Miete + Finanzierung + laufenden Kosten + WEG + Zustand + Lage + Steuern + langfristiger Vermietbarkeit.
Je sauberer du diese Faktoren vor dem Kauf analysierst, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass aus dem vermeintlichen Schnäppchen später ein teures Problem wird.
Wenn du eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage suchst, solltest du nicht nur den Angebotspreis betrachten. Entscheidend ist, ob Kaufpreis, erzielbare Miete, laufende Kosten, Zustand und Lage zusammenpassen.
Bei der Auswahl und Einschätzung einer Immobilie kann eine professionelle Markt- und Objektanalyse dabei helfen, Chancen und mögliche Risiken besser einzuschätzen.
Lass uns gemeinsam prüfen, ob eine Immobilie tatsächlich zu deinen Anlagezielen passt.

FAQ - Fragen & Antworten zur ersten Wohnung als Kapitalanlage
Wie viel Eigenkapital sollte man für die erste Wohnung als Kapitalanlage haben?
Das hängt von Einkommen, Bonität, Kaufpreis, Finanzierung und Objekt ab. Häufig ist es sinnvoll, zumindest die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln finanzieren zu können. Darüber hinaus sollte eine Liquiditätsreserve bestehen.
Eine Finanzierung ohne Eigenkapital ist grundsätzlich nicht automatisch unmöglich, kann aber höhere Anforderungen an Bonität, Einkommen und Objektqualität stellen und wirtschaftlich teurer sein.
Welche Mietrendite ist bei einer Eigentumswohnung gut?
Eine pauschale Grenze gibt es nicht.
Eine Bruttomietrendite von beispielsweise 4 Prozent kann in einer bestimmten Lage attraktiv sein, während sie bei einem Objekt mit hohem Sanierungsrisiko zu niedrig sein kann.
Umgekehrt kann eine niedrigere Rendite bei einer sehr stabilen Lage und einem langfristig attraktiven Objekt trotzdem interessant sein.
Die Rendite muss immer im Verhältnis zum Risiko betrachtet werden.
Ist eine Wohnung zur Kapitalanlage besser als ein Haus?
Für Einsteiger kann eine Eigentumswohnung Vorteile haben, weil bestimmte Aufgaben am Gemeinschaftseigentum über die WEG organisiert werden.
Allerdings hat eine Wohnung auch spezielle Risiken, beispielsweise Entscheidungen der Eigentümergemeinschaft oder mögliche Sonderumlagen.
Es kommt daher auf das konkrete Investment an.
Sollte man eine Wohnung mit hoher oder niedriger Miete kaufen?
Nicht unbedingt die Wohnung mit der höchsten Miete ist die beste Kapitalanlage.
Entscheidend ist, ob die Miete nachhaltig erzielbar ist und zum Kaufpreis passt.
Eine hohe Miete kann eine hervorragende Rendite ermöglichen – oder eine unrealistische Annahme sein.
Wie wichtig ist das Baujahr?
Das Baujahr allein sagt wenig aus.
Entscheidend ist vielmehr, welche Bauteile wann modernisiert wurden.
Ein Gebäude aus den 1970er-Jahren mit erneuertem Dach, Fenstern, Heizung und Fassade kann wirtschaftlich interessanter sein als ein jüngeres Gebäude mit erheblichem Sanierungsstau.
Sollte man die erste Wohnung als Kapitalanlage selbst verwalten?
Das hängt von der eigenen Zeit, Erfahrung und Entfernung zur Immobilie ab.
Bei einer einzelnen Wohnung kann die Selbstverwaltung durchaus überschaubar sein.
Wer jedoch wenig Zeit hat oder mehrere Immobilien besitzt, kann die Verwaltung auslagern.
Die Kosten dafür müssen natürlich in die Renditeberechnung einfließen.
Ist eine vermietete Wohnung oder eine leerstehende Wohnung besser?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten.
Bei einer vermieteten Wohnung sind die tatsächlichen Einnahmen bekannt, gleichzeitig übernimmst du das bestehende Mietverhältnis.
Bei einer leerstehenden Wohnung hast du mehr Gestaltungsspielraum, aber auch das Risiko von Leerstand und Neuvermietung.
Was sollte man vor dem Kauf einer Eigentumswohnung unbedingt prüfen?
Mindestens:
Kaufpreis, erzielbare Miete, Hausgeld, nicht umlagefähige Kosten, Rücklagen, WEG-Unterlagen, Sanierungsbedarf, Mietvertrag, Lage und Finanzierung.
Wenn einer dieser Punkte nicht nachvollziehbar ist, sollte die Kaufentscheidung nicht vorschnell getroffen werden.
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Peter Weisenbach
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